Jerusalem

Es ist eine faszinierende Stadt. Lange ist es her, als ich – jung, bestimmt etwas naiv – einen ungewöhnlichen Tag in diesen Mauern erlebte. Stunden vor der Dämmerung brachen wir auf. Ein orthodoxer Geistlicher öffnete uns die Grabeskirche und führte uns ins Innere. Eng Schulter an Schulter gepresst las uns ein katholischer Priester die Messe in der Grabeskammer Jesu. Am selben Vormittag zogen wir an die Mauer des Tempels und mischten uns unter die jüdischen Gläubigen. Erschüttert von den Klagen gönnten wir uns eine kleine Pause, stiegen dann aber zum Felsendom auf. Auch dort wurden wir bereits erwartet. 

Das Erlebnis tauchte uns in eine eigenwillige Stimmung. 

Heute, nachdem ich in meinen Schriften, den Tod Jesu, die Zerstörung des Tempels, die Gedanken Muhammads miterleben durfte, und all das, was daraus erwuchs, war jener Tag wie ein kleines Wunder. Wie wünschte ich, ihn zu zementieren.  

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